Universität
JHG schockiert über Ignoranz des Rektorats der Universität Leipzig
Die Juso-Hochschulgruppe Leipzig (JHG) ist entsetzt über die Dreistigkeit und den Mangel an gleichstellungspolitischer Feinfühligkeit der Leitung der Universität Leipzig (UL). Das Rektorat der UL hat sich entschlossen, statt mit einem ausführlichen Gleichstellungskonzept, mit dem lediglich für den internen Gebrauch geschriebenen Gleichstellungsprogramm an der 2. Runde des Professorinnenprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teilzunehmen. Das Programm übernimmt für den Zeitraum von fünf Jahren die Finanzierung von bis zu drei Professorinnenstellen, wenn die geförderte Hochschule in ihrem Konzept angibt, was sie selbst an Gleichstellungsarbeit zu leisten bereit ist.
Die UL hatte bereits an der ersten Runde des Programms nicht teilgenommen und so auch dafür gesorgt, dass Sachsen als einziges Bundesland keine Mittel aus diesem Topf erhalten hatte. Die Vorsitzende der Juso-Hochschulgruppe, Lena Beimborn, erklärt dazu: “Das Vorgehen beweist leider wieder einmal, wie wenig Gleichstellung als Querschnittsaufgabe an der UL wahrgenommen wird. Auch wenn mittlerweile viele Mittelvergabeverfahren an Gleichstellungskonzepte gebunden sind, schlagen die Herren im Rektorat eine massive finanzielle Unterstützung aus sexistischer Ignoranz aus.” Auch nach wiederholten Hinweisen durch die Gleichstellungsbeauftragte der UL und die studentischen Vertreterinnen im Senat sowie einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf, hat sich das Rektorat dennoch nicht dazu entschieden, entsprechende Mittel zur Erstellung eines solchen Konzeptes bereitzustellen. Selbst die Maßgabe aus dem zuständigen Ministerium wird einfach übergangen. Statt dessen wird wissentlich ein Programm eingereicht, das keinerlei konkrete Ausführungen oder konzeptionelle Schritte enthält, was eine Bedingung für die Förderung ist.
Warum hat es also eine notorisch unterfinanzierte Universität, die aus einem komplett männlich besetzten Rektorat, ausschließlich männlichen Dekanen und mehreren Fakultäten ohne Professorinnen besteht immer noch nicht nötig, sich mit einem tragfähigen Gleichstellungskonzept an entsprechenden Förderprogrammen zu bewerben? “Anscheinend überwiegt der Blick des Rektorats in die Vergangenheit zum 600. Jubiläum der UL den in eine gleichberechtigte Zukunft”, bedauert Beimborn abschließend.







